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Zuerst einmal - natürlich kann man Zecken auf Borrelienbefall
untersuchen, dadurch ist ja damals Willy Burgdorfer erst
auf diese Bakterien gestoßen !
Aber wie sinnvoll ist das im individuellem Fall – beim
eigenen Stich ? Zunächst könnte
man annehmen, dass eine Borrelien-negative Zecke, die
gestochen hat, natürlich auch keine Borreliose hervorrufen
kann, soweit so gut.
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Aber : |
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Alle diese Untersuchungen, sei es
mit PCR oder Fluoreszenzmikroskopie haben keine
Treffsicherheit von 100%, ganz im Gegenteil, einige
Studien haben gezeigt, dass sogar die Diskrepanz
zwischen den Ergebnissen beider Methoden recht hoch
ist – wem soll ich nun glauben ? |
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Da die Rate der falsch negativen
Zecken nicht bekannt ist, gibt das negative Ergebnis
der Untersuchung nur relative Sicherheit. |
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Untersucht werden ja nur die Zecken,
die bemerkt werden. Es ist aber bekannt, dass ca.
40% aller Borreliose-Patienten sich gar nicht an
einen Zeckenstich erinnern können, also gibt
es zahlreiche unbemerkte Zeckenstiche (was gerade
bei Nymphen auf Grund der Kleinheit (ca. 1mm groß
!) nicht selten möglich ist. Bekomme ich nun
trotz negativem Ergebnis eine Borreliose steht die
Frage : War das Untersuchungsergebnis der Zecke
falsch oder war es gar nicht die untersuchte Zecke
? Die kann keiner beantworten ! |
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Nicht jede infizierte Zecke überträgt
auch den Erreger, gerade bei kurzer Stichdauer –
dies liegt an die Biologie der Borrelien. Wenn ich
nun aber von einer positiven Zecke gestochen
wurde – was wäre die Konsequenz ? Eine Antibiotika-Therapie
? Diese hat aber bei konsequenter Durchführung
auch Nebenwirkungen …. (Durchfall, Fotosensibilisierung
- Sonnenbrand - der Urlaub am Mittelmeer wäre
futsch ! etc.) – und war vielleicht völlig
überflüssig, denn die Zecke war infiziert,
aber Sie …. ? |
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Und nun noch etwas : Die Eintagstherapie
(200 mg Doxy innerhalb von 72 Stunden nach Zeckenstich
zur Prophylaxe soll eine Borreliose verhindern)
ist in den USA evaluiert worden, statistisch signifikant
mit Erfolg !
Aber :
zum Einen ist nur beobachtet worden, ob man eine
Wanderröte verhindern kann – nicht aber Spätmanifestationen;
zum Zweiten gibt es in den USA nur eine Borrelien-Art,
das bleibt überschaubar. Wir haben aber in
Europa mindestens fünf unterschiedliche Arten,
und wie die alle auf nur eine Tablette Doxycyclin
reagieren, wissen wir nicht ! Außerdem kann
man Doxy nicht bei Kindern unter 12 Jahren wegen
den möglichen Nebenwirkungen einsetzen und
wie andere Antibiotika wirken und wie diese dosiert
sein sollten ist bisher unbekannt. |
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Und wenn die Infektion stattgefunden
hat - zum Glück haben wir ja auch unser Immunsystem
zur Abwehr, in mindestens 50% aller Fälle wird
dieses auch allein mit den Eindringlingen fertig
– ansonsten ist es wichtig einen informierten Hausarzt
zu haben, diesen bei Beschwerden auch über
den Zeckenstich zu berichten, damit er dann eine
schnelle Blutuntersuchung einleiten kann um die
Diagnose zu sichern. Beim klinischen Bild einer
Wanderröte ist nicht einmal das notwendig –
hier kann und muss sofort behandelt werden. Hätten
wir Symptome einer eventuellen Spätborreliose,
sind die Tests in erfahrenen Händen mittlerweile
so effektiv, dass ein negatives Ergebnis der Blutuntersuchung
diese praktisch ausschließt. Voraussetzung
ist natürlich, dass Ihr Immunsystem funktioniert
!
Und nun noch einmal die Frage : Warum sollte ich
die erwischte Zecke auf Borrelien untersuchen
lassen – was wäre die Konsequenz ?
Abgesehen davon – die Zecke hat keine Krankenversicherung
– die Tests müssen Sie also privat bezahlen
(je nach Labor und Testsystem zwischen 18 und 45
Euro). Trotzdem führen wir natürlich Tests
bei im Wald gefangenen Zecken durch – aber zu wissenschaftlichen
Zwecken. Wir wollen wissen, wie hoch die Durchseuchung
der Spinnentiere mit Borrelien ist, um eine Risikoabschätzung
zu ermöglichen und Trends zu erkennen. Unser
Ziel ist es, Vorbeugungsstrategien zu entwickeln
– das ist wissenschaftliche Zielstellung der Borreliose-Epidemiologie
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Einen gewissen Schutz vor Zeckenstichen
bietet geschlossene Kleidung. Da Zecken hauptsächlich
im Unterholz und an Gräsern sitzen, ist es vor
allem sinnvoll, die Socken über die Hosenbeine
zu ziehen. Auch insektenabweisende Mittel helfen eine
Zeit lang. Außerdem sollte man hohes Gras, Gebüsch
und Unterholz so gut es geht meiden. Nach einem Aufenthalt
in Zeckenbiotopen, sollte man sich zudem gründlich
nach Zecken absuchen. Denn Zecken stechen nicht sofort
zu, sondern suchen zunächst nach einer geeigneten
Körperstelle mit weicher und warmer Haut.
Mit einem Kiesweg zwischen Sträuchern als Zeckenbiotop
und Wiese hält man Zecken vom Rasen
fern. Der Kiesstreifen sollte ca. 50 cm breit sein,
dann können die Zecken diesen nicht überwinden
ohne auszutrocknen. |
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Fast jeder kennt einen anderen
Geheimtipp zur Zeckenentfernung. - Sie
reichen vom Abbrennen der Zecke bis zum Drauftröpfeln
von Öl. Doch solche Verfahren schaden mehr
als sie nützen. Es kann sein, dass die Zecke
in ihrem Todeskampf erst recht Erreger
in die Wunde abgibt. Auch das Quetschen der Zecke
beim Entfernen kann schädlich sein. |
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| Man sollte daher
Zecken ganz
mit einer feinen Pinzette oder mit einem Skalpell
. Dazu setzt
man dicht über der Haut an und zieht bzw. hebelt
die Zecke vorsichtig heraus. Wer sich nicht sicher
ist, die Zecke richtig entfernen zu können,
sollte einen Arzt aufsuchen. |
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